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Personen mit Aids-Schleife
Die rote Schleife für mehr Solidarität: Heute ist Welt-Aids-Tag. © shironosov / iStock / Thinkstock

Welt-Aids-Tag: „Positiv zusammen leben“

In Deutschland leben rund 83.400 Menschen mit HIV. Sie erleben in verschiedenen Lebensbereichen noch immer Zurückweisung. Das thematisiert die diesjährige Kampagne zum Welt-Aids-Tag. Sie macht mit der Solidaritätskampagne „Positiv zusammen leben“ auf Vorurteile aufmerksam und regt zum Nachdenken an.

In diesem Jahr wird der Berliner Fußball-Verband mit einer Solidaritäts-Aktion ein besonderes Zeichen setzen: Am Sonntag, 29. November 2015, spielen die Berliner Amateur-Mannschaften mit roter Schleife. Bundesgesundheitsminister Hermann Gröhe empfängt den Präsidenten des Berliner Fußball-Verbandes Bernd Schultz sowie HIV-positive Sportlerinnen und Sportler am Montag, 30. November 2015, im Bundesgesundheitsministerium in Berlin.

Bundesgesundheitsminister Hermann Gröhe betont: „Jahrzehntelange Präventionsarbeit und eine hochwertige Behandlung haben dazu geführt, dass Deutschland zu den Ländern mit den niedrigsten HIV-Neuinfektionsraten in Europa gehört. Die aktuellen Zahlen zeigen aber auch, dass unsere Anstrengungen nicht nachlassen dürfen. Und es ist höchste Zeit, dass Vorurteile im Umgang mit HIV-positiven Menschen der Vergangenheit angehören.

Der Berliner Fußball-Verband macht das eindrucksvoll vor: 700 Spieler spielen am Wochenende mit der roten Schleife am Trikot und setzen damit ein Zeichen für Akzeptanz und gegen Ausgrenzung von HIV-positiven Menschen. Eine tolle Aktion, die für ein gutes Miteinander steht!“

Vorurteile abbauen
Plakatmotiv mit Schriftzug
Plakatmotiv 2015: Mit Humor auf Vorurteile aufmerksam machen. © BZgA / dashochhaus.de, Köln

„Unsere diesjährige Kampagne unter dem Motto ‘Positiv zusammen leben‘ möchte Solidarität mit HIV-positiven Menschen fördern. Mit Informationen zu Übertragungsrisiken hilft sie, irrationale Ängste und Vorurteile abzubauen und Respekt und Normalität im Umgang mit HIV-positiven Menschen zu steigern“, erläutert Dr. Heidrun Thaiss, Leiterin der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA). „In der Kampagne thematisieren wir HIV anhand von Beispielen aus alltäglichen Situationen und fragen den Betrachter ‘Wie reagierst Du, wenn Du Dich in einen HIV-positiven Menschen verliebt hast?‘ oder ‚Wenn Dein bester Freund HIV hat?, Wie, wenn die Erzieherin Deines Kindes in der Kita HIV-positiv ist?.“

Ulf Hentschke-Kristal vom Vorstand der Deutschen AIDS-Hilfe erklärt: „Diskriminierung abzubauen ist unverzichtbar. Ausgrenzung macht krank und vermindert die Lebensqualität. Aus Angst vor Diskriminierung gehen manche Menschen nicht zum HIV-Test – und beginnen deswegen nicht rechtzeitig mit einer Therapie. Das schadet auch der Prävention, denn die HIV-Therapie verhindert zugleich die Übertragung des Virus. Kurz: Mit HIV kann man heute in der Regel gut leben – mit Diskriminierung nicht! Mit dieser Kampagne wollen wir verdeutlichen: Von Menschen mit HIV geht keine Gefahr aus, positiv zusammen leben ist leichter als gedacht.“

Dr. Ulrich Heide, Geschäftsführender Vorstand der Deutschen AIDS-Stiftung, sagt: „Unsere Aufgabe besteht darin, Menschen mit HIV und AIDS zu unterstützen. In Deutschland ist die medizinische Versorgung glücklicherweise bereits sehr gut. Etliche Menschen mit HIV und AIDS erfahren im Kontext der Infektion oder Erkrankung materielle Not, hier hat die Deutsche AIDS-Stiftung im vergangenen Jahr über 2.000 Menschen konkret geholfen. Daneben ist es uns wichtig, über HIV zu informieren und aufzuklären und so den Betroffenen zu mehr Akzeptanz in der Gesellschaft zu verhelfen.“

Quelle: Gemeinsame Pressemitteilung von Bundesgesundheitsministerium, Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung, Deutscher AIDS-Stiftung und Deutscher AIDS-Hilfe

www.aidshilfe.de



Hintergrundinformationen

BZgA-Studie „Wissen und Einstellungen der Bevölkerung zu den Infektionsrisiken mit HIV im Alltag 2014“ und BZgA-Studie „AIDS im öffentlichen Bewusstsein der Bundesrepublik Deutschland 2014“/ Kurzbericht Juni 2015 unter: http://www.bzga.de/forschung/studien-untersuchungen/studien/aidspraevention/

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