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Weltweit gibt es derzeit noch keine Zulassung für die Medikamente zur Behandlung bei Kindern und Jugendlichen. © tatyana_tomsickova / iStock / Thinkstock

Immuntherapie: Lymphdrüsenkrebs bei Kindern

Die Klinik für Pädiatrische Onkologie und Hämatologie des Universitätsklinikums Gießen/Marburg ist seit August 2017 Teil eines weltweiten Netzwerkes, das eine Studie über neue Medikamente zur Behandlung des Lymphdrüsenkrebses durchführt. Studienleiterin für das gesamte Bundesgebiet ist die Mitarbeiterin der Gießener Klinik, apl. Prof. Dr. Christine Mauz-Körholz.

Die neuartigen Medikamente setzen auf Immuntherapie gegen Krebszellen, wie sie schon seit einigen Jahren für die Behandlung bei Haut-und Lungenkrebs eingesetzt wird. Seit weniger als zwei Jahren ist diese Therapie in der klinischen Erprobung bei Hodgkin-Lymphom-Patienten mit einer unerwartet hohen Wirksamkeit der Medikamente.

Seit 2016 ist die „Immuntherapie gegen Lymphdrüsenkrebs“ in Deutschland zur Behandlung von Mehrfach-Rückfällen bei Erwachsenen mit Hodgkin-Lymphom durch die europäische Arzneimittelbehörde EMA zugelassen. Es gibt jedoch weltweit noch keine Zulassung zur Behandlung bei Kindern und Jugendlichen. Daher wurde über die Europäische Arzneimittelbehörde EMA seit 2015 eine Studie für Kinder und Jugendliche mit erstem Rückfall eines Hodgkin-Lymphoms geplant.

Eröffnung von weiteren drei Zentren

Bei der Planung waren zwei große Studien-Konsortien beteiligt, die weltweit die größten Studien zur Behandlung des Lymphdrüsenkrebs bei Kindern und Jugendlichen durchführten, die Children’s Oncology Group aus Nordamerika und das europäische Behandlungsnetzwerk, EuroNet-PHL, das seine „Schaltzentrale“ seit zwei Jahren an der Unikinderklinik Gießen hat.

Diese sogenannte Phase II-Arzneimittelstudie wird seit Mai 2017 schrittweise in sechs Ländern weltweit eröffnet. Es sind bereits Studienzentren in USA, Frankreich und Italien eröffnet worden. Nun ist auch Deutschland mit der Gießener Universitätskinderklinik als erstem Zentrum, das Patienten in diese Phase II-Studie einschließt, am Start.

Die Eröffnung von weiteren drei Zentren in Deutschland ist geplant unter der Koordination der nationalen Studienleiterin apl. Prof. Dr. Mauz-Körholz. „Die neuen Medikamente lassen berechtigte Hoffnung auf Heilung bei den sonst schwer behandelbaren Rückfällen von Lymphdrüsenkrebs zu“, so die Ärztin. Zum ersten Mal bestehe mit dieser Studie die Chance, dass auch Kinder und Jugendliche mit Lymphdrüsenkrebs frühzeitig von einer neuartigen, hoffnungsvollen Krebs-Behandlung profitieren können.

Quelle: idw- Informationsdienst Wissenschaft

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