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SPRINT-Studie: Mögliche Auswirkungen der Studienergebnisse auf die Therapiemöglichkeiten werden am 19. November 2015 auf einem wissenschaftlichen Kongress diskutiert. © AndreyPopov / iStock / Thinkstock

SPRINT-Studie: Wandlung der Bluthochdrucktherapie

Die neuen Daten der amerikanischen SPRINT-Studie zeigen, dass es sinnvoll ist, den Blutdruck von Hochdruckkranken stärker zu senken, als bisher empfohlen. Die bedeutsame Bluthochdruckstudie liefert damit neue Informationen über den vom Patienten zu erreichenden Zielblutdruck. In einer aktuellen Stellungnahme spricht die Deutsche Hochdruckliga e.V. DHL® - Deutsche Gesellschaft für Hypertonie und Prävention angesichts der Studienergebnisse von einem Paradigmenwechsel in der Therapie für Patienten mit einem bestimmten Krankheitsbild. Die SPRINT (Systolic Blood Pressure Intervention Trial)-Studie wurde im September frühzeitig beendet.

In der Studie waren Patienten mit erhöhtem Herz-Kreislaufrisiko per Zufallsprinzip in zwei Gruppen eingeteilt worden. Insbesondere Patienten mit bestehender Herzkreislauferkrankung, eingeschränkter Nierenfunktion und über 75-Jährige wurden in der Studie berücksichtigt.

In der einen Gruppe folgte die Therapie dem bisherigem Standard: der Blutdruck wurde medikamentös auf einen Wert von unter 140 mmHg gesenkt. In der anderen Gruppe wurde der Blutdruck der Patienten in engmaschiger Kontrolle auf 120 mmHg gesenkt.

„Wir haben uns den Studienaufbau und die Daten genau angesehen“, sagt Professor Dr. med. Martin Hausberg, Vorstandsvorsitzender der Deutschen Hochdruckliga. „Die Ergebnisse werden Eingang in die weltweiten und deutschen Leitlinien finden und diese maßgeblich verändern.“ Wird der Blutdruck bei den Herz-Kreislauf-Patienten auf 120 mmHg statt auf unter 140 mmHg gesenkt, erleiden diese seltener schwere Herz-Kreislaufereignisse.

Zudem sterben sie seltener frühzeitig – in der Studie waren es 25 Prozent weniger als in der Vergleichsgruppe mit einem Zielblutdruck von unter 140 mmHg. Die Ergebnisse fielen schon vor geplantem Studienende so eindeutig aus, dass die Forscher die Studie frühzeitig beendeten.

Nebenwirkungen erkennen und behandeln

Professor Hausberg erläutert: „Die Ergebnisse der SPRINT-Studie lassen sich nicht auf alle Hochdruckkranken übertragen.“ Sie gelten für Patienten mit einem hohen Risiko für Herz-Kreislauferkrankungen, die nicht unter Diabetes leiden oder bereits einen Schlaganfall erlitten haben.

Darüber hinaus birgt der Zielblutdruck 120 auch Risiken, etwa ein mögliches Nierenversagen: „Bei einer intensiven Blutdrucksenkung bei diesen Patienten müssen mögliche Nebenwirkungen besonders beachtet werden“, betont der Experte. In der SPRINT-Studie nahmen die Teilnehmer eine Medikamenten-Kombination aus bis zu drei verschiedenen Blutdrucksenkern ein.

Die Forscher überwachten deshalb die Patienten intensiv, um mögliche Nebenwirkungen rechtzeitig zu erkennen und zu behandeln. „Die erforderliche engmaschige Kontrolle wird zukünftig eine große Herausforderung für alle sein – für uns Hypertensiologen, aber auch das Gesundheitssystem.“ Generell trägt ein gesunder Lebensstil zur Herz-Kreislauf-Gesundheit bei.

Dazu gehört der Tabakverzicht, eine bevorzugt mediterrane, kochsalzarme Ernährung, regelmäßig Bewegung und das Anstreben von Normalgewicht. Wer sich daran hält, erhält seine Gesundheit und benötigt als Bluthochdruckpatient später und weniger blutdrucksenkende Medikamente.

Mögliche Auswirkungen der SPRINT-Studie auf die Bluthochdruckbehandlung diskutieren Experten der DHL bei der Pressekonferenz anlässlich des 39. Wissenschaftlicher Kongress der Deutschen Hochdruckliga e. V. DHL® am 19. November in Saarbrücken.

QuelleDeutsche Hochdruckliga e. V. DHL

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