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Papillomaviren in 3D: An Gebärmutterhalskrebs sterben jedes Jahr etwa 270.000 Frauen weltweit. © xrender / iStock / Thinkstock

Gebärmutterhalskrebs: Molekularbiologischer Test jetzt zertifiziert

Die aus einer wissenschaftlichen Arbeitsgruppe der Frauenklinik des Universitätsklinikums Jena (UKJ) ausgegründete oncgnostics GmbH erhielt jetzt die europaweite Marktzulassung ihres molekularbiologischen Tests auf Gebärmutterhalskrebs. Damit haben die Jenaer Forscher und Gründer den gesamten Weg vom Forschungsergebnis bis zum Produkt für die klinische Praxis zurückgelegt.

„Mit der jetzigen EU-weiten In-vitro-Diagnostik-Zertifizierung für unseren Test liegen wir genau im Zeitplan“, freut sich Dr. Alfred Hansel. Der Biologe forschte bis Anfang 2012 in der Arbeitsgruppe Gynäkologische Molekularbiologie an der Uni-Frauenklinik Jena und ist jetzt einer der Geschäftsführer der oncgnostics GmbH.

Deren Gründungskapital ist ein patentgeschütztes Verfahren zur Erkennung der Vorstufen von Gebärmutterhalskrebs anhand epigenetischer Veränderungen, sogenannter DNA-Methylierungen, in den Krebszellen. An Gebärmutterhalskrebs, der von Papillomaviren verursacht wird, sterben jedes Jahr etwa 270.000 Frauen weltweit. Zwar ist der Krebs – wenn frühzeitig erkannt – fast immer heilbar, aber die zur Diagnose verwendete zytologische Abstrichuntersuchung (Pap-Test) hat nur eine begrenzte Aussagekraft.

Mit der Unterstützung verschiedener Förderinstitutionen und Kapitalgeber entwickelten die mehrfach ausgezeichneten Firmengründer ein Methylierungs-Markerset, das in Verbindung mit einem humanen Papillomavirus-DNA-Nachweis in mehr als 95 Prozent aller Fälle die Krankheit erkennt. Als „GynTect“ erhielt dieses erste Produkt jetzt die Zulassung als Medizinprodukt für den europäischen Markt.

„Der Test wird Risikoeinschätzung bei der Gebärmutterhalskrebsvorsorge stark erleichtern“, ist sich Dr. Martina Schmitz, zweite Geschäftsführerin und Laborleiterin von oncgnostics, sicher. „Somit können unnötige Operationen vermindert werden.“ Die kleine oncgnostics-Entwicklungsabteilung arbeitet bereits an molekulardiagnostischen Tests auch für weitere Krebsarten wie Eierstockkrebs oder Kopf-Hals-Tumoren.

Quelle: Universitätsklinikum Jena

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