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Mensch am Computer.
Nutzer sollten sich davon überzeugen, dass die Auskünfte von einem vertrauenswürdigen Absender stammen. © Ingram Publishing / Thinkstock

Begrenzte Aussagekraft: Vorsicht bei Gesundheitsportalen im Internet

Ob Kopfschmerzen, Krebserkrankungen, Kosmetikoperationen oder Kinderkrankheiten – statt beim Arzt informieren sich viele Patienten zuerst im Internet. Eine Ferndiagnose von vermeintlichen Gesundheitsexperten im Netz kann jedoch eine persönliche medizinische Untersuchung und deren Befund nicht ersetzen. Die Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen gibt Tipps, was bei der Suche auf Gesundheitsportalen zu beachten ist.

Arzt mit Tablet.
Ferndiagnose von einem ausgebildeteten Arzt? Bei den allermeisten Gesundheitsportalen wohl Fehlanzeige. © michaeljung / iStock / Thinkstock

Mit Hilfe von Suchmaschinen lässt sich per Stichwort auf Gesundheitsportalen praktisch nach dem passenden medizinischen Rat zum Beispiel zu Behandlungen oder Medikamenten suchen. Die unzähligen Informationsseiten und Diskussionsforen bieten allerdings nicht immer seriöse und nützliche Hinweise zu Krankheiten, Therapien und deren Nebenwirkungen an. Betrieben oder finanziert werden die virtuellen Gesundheitsratgeber nämlich vielfach von Verbänden, Verlagen oder Pharmaunternehmen. Die Verbraucherzentrale NRW rät, Gesundheitsinformationen im Netz nicht blind zu vertrauen. Folgende Hinweise sollten beachtet werden:

  • Grenzen und Risiken: Gesundheitsratgeber im Netz können nur eine generelle Auskunft erteilen über Diagnostik, Therapien und Vorbeugung von Krankheiten. Individuelle Online-Diagnosen und Fernbehandlungen sind ohne persönliche Kenntnis von Patienten und ohne eine eingehende Untersuchung im Internet verboten. Ratsuchende mit ungeklärten Symptomen riskieren beim Befolgen von Ratschlägen aus dem Internet möglicherweise gesundheitliche Schäden. Falsche, unvollständige Informationen oder ein verzögerter Arztbesuch können ersthafte Krankheiten unnötig verschlimmern. 
  • Indizien für seriöse Gesundheitsseiten: Bevor Informationen auf Gesundheitsseiten angeklickt oder Fragen zu speziellen Krankheitssymptomen gestellt werden, sollten sich Nutzer davon überzeugen, dass die Auskünfte von einem vertrauenswürdigen Absender stammen. Angaben zum Sinn und Zweck der jeweiligen Webseite, zum Betreiber und dessen Firmensitz, zu Finanzgebern und Förderern liefern hierzu wichtige Anhaltspunkte. Unverhohlenes Anpreisen von Medikamenten und Produkten etwa sind ein Indiz für unseriöse Informationen. Nutzer sollten sich nicht nur auf eine Auskunft im Netz verlassen, sondern sich auf mehreren Portalen tummeln und die vorgefundenen Informationen miteinander vergleichen. Medizininformationen sollten zudem leicht zu finden und für Laien gut zu lesen und verständlich sein. Das Wissen von Gesundheitsportalen sollte stets dem aktuellen wissenschaftlichen Stand entsprechen. Ob dies so ist, kann anhand der Quellenangaben und der Einstellungsdaten geprüft werden.

  • Virtuelle Sprechstunden kein Arztersatz: Einige Portale bieten neben ihren Infos im Netz Foren an, in dem Ärzte oder Gesundheitsratgeber medizinische Ratschläge zu geschilderten Einzelfällen erteilen. Auch hier sollten Ratsuchende ein Auge darauf haben, wer zu ihren Fragen Stellung nimmt. Ein Forum, das verlässlichen Expertenrat zu Gesundheitsfragen bietet, stellt seine Experten namentlich und deren medizinische Qualifikation vor. Auch in Frage- und Diskussionsforen gibt’s nur begrenzte Auskünfte und Stellungnahmen zu persönlichen Fragen. Bei einem Austausch im Netz können auch nicht Zustand oder Krankheitsbild von einzelnen Teilnehmern real erfasst und wirksam behandelt werden.

  • Zurückhaltung bei eigenen Daten: Fragen und Antworten von Ratsuchenden bleiben im Internet meist dauerhaft präsent. Wenn niemand diese Angaben löscht, bleiben persönliche Eingaben über Suchmaschinen sichtbar und durch Social Plugins sowie Cookies mit anderen Seiten verknüpft. Daten, die konkrete Rückschlüsse auf Ratsuchende ermöglichen, sollten von daher nicht in der benutzen E-Mail-Adresse und in der konkreten Anfrage angegeben werden. Je mehr Informationen Nutzer über sich – etwa Namen und Wohnort – im Internet preisgeben, desto detaillierter kann ein Profil von ihnen erstellt werden. Deshalb gilt bei der Registrierung auf einer Gesundheitsseite: so wenige Daten wie möglich angeben! Eine individuelle Rückverfolgung wird außerdem erschwert, wenn Nutzer sich eine E-Mail mit Pseudonym zulegen, sich von anderen Diensten während des Tummelns auf einem Gesundheitsportal abmelden, den Browser schließen und Cookies abschalten.

Quelle: Verbraucherzentrale NRW

Weitere Infos und eine Checkliste zum Umgang mit Gesundheitsinformationen im Internet gibt’s online unter www.vz-nrw.de/gesundheitsforen.

Rechtliche Hilfe bei Konflikten mit Ärzten oder Krankenkassen und Informationen über Patientenrechte bieten ergänzend auch 20 örtliche Beratungsstellen der Verbraucherzentrale NRW. Kontakt unter www.vz-nrw.de/gesundheitsberatung.

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