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Der Schweinebandwurm verursacht beim Menschen eine Zoonose. © Selvanegra / iStock / Thinkstock

Neurologie-Projekt: Zystizerkose effektiv behandeln

Die Klinik für Neurologie und das Institut für Medizinische Mikrobiologie, Immunologie und Hygiene des Klinikums rechts der Isar der Technischen Universität München (TUM) führen gemeinsam mit afrikanischen Partnereinrichtungen das Projekt „CYSTINET-Africa“ durch. Die Wissenschaftler beschäftigen sich mit der Bekämpfung der Schweinebandwurmerkrankung Zystizerkose in Tansania, Mosambik und Sambia.

Die beiden federführenden Ärztinnen kommen von der Technischen Universität München. © TUM / Albert Scharger

Zystizerkose ist eine infektiöse neurologische Erkrankung, die durch parasitäre Bandwürmer ausgelöst wird. Ziel des Partnerprojektes ist es, die verschiedene Bausteine rund um die Erforschung und Behandlung der Zystizerkose zusammen zu tragen und gemeinsam neue Behandlungskonzepte unter Berücksichtigung des Erkrankungsverlaufs zu erarbeiten. Dabei soll die lokale Infrastruktur erweitert bzw. erneuert werden, Patienten eine adäquate Therapie zugänglich gemacht und die Ausbildung oder Promotion junger Akademiker gefördert werden.

Ein Schwerpunkt der wissenschaftlichen Arbeit liegt auf Erkrankungen, die von Zoonosen übertragen werden. Daher ist das „One Health“-Konzept, in dem das Augenmerk gleichermaßen auf der Gesundheit von Mensch und Tier liegt, eine der Arbeitsgrundlagen. Wissen wird hierzu über eine virtuelle Plattform innovativ gebündelt, über die auch Studenten in geographisch entlegenen Winkeln supervidiert werden können.

Vielfältige Ziele

Die Wissenschaftler erhoffen sich zum einen, immunologisch-getriebene Pathomechanismen von parasitären Erkrankungen, die in erster Linie in Entwicklungsländern auftreten, in vivo beim Menschen als auch beim Tier aufzuklären. Aus den so gewonnenen Erkenntnissen könnten dann neue immunologische Modelle erstellt werden, um neurologisch relevante Fragen mittels der Grundlagenforschung effizienter anzugehen.

Darüber hinaus sollen Grundlagen für eine effektive Behandlung der Patienten geschaffen werden. Dafür sollen neue diagnostische und therapeutische Ansätze entwickelt, Management-Guidelines erstellt und, gemeinsam mit Politik und Verwaltung vor Ort, Strukturen etabliert werden, die dann auch für andere Projekte im Gesundheitsbereich genutzt werden können.



Hintergrund:

Die beiden federführenden Ärztinnen aus dem Klinikum rechts der Isar vertreten die Fachrichtungen Neurologie (PD Dr. Dr. Andrea Winkler) und Mikrobiologie/Parasitologie (PD Dr. Clarissa Prazeres da Costa). Neben ihnen und weiteren Humanmedizinern arbeiten zudem auch Epidemiologen, Immunologen, Tierärzte, Biologen, Anthropologen und IT-Spezialisten mit. Zum Konzept gehört eine internationale Ausrichtung: Die beteiligten Experten stammen nicht nur aus Deutschland, sondern auch aus den afrikanischen Partnerländern Tansania, Mosambik und Sambia.Außerdem unterstützt ein multinational zusammengesetztes Advisory-Board zusammen mit der Weltgesundheitsorganisation das Projekt.

Weitere Informationen:

Klinikum rechts der Isar der Technischen Universität München

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