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MTLA bei der Arbeit. © Hochschule Kaiserslautern
Das Studium ist in Module aufgeteilt, die nacheinander studiert werden. © Hochschule Kaiserslautern

Karriere-Interview: Gute Berufsaussichten für MTLA mit dem Studium „Medizin- und Biowissenschaften"

MTA – Das Portal hat mit Miriam Lohmüller von der Hochschule Kaiserslautern gesprochen. Die Studiengangskoordinatorin für den Studiengang Medizin- und Biowissenschaften macht MTLA in der Ausbildung und bereits ausgebildeten Fachkräften Mut: Die Berufschancen mit einem Studium stehen besonders gut.

Frau Lohmüller, wie kam es dazu, dass Sie Studiengangskoordinatorin für den Bachelor-Studiengang Medizin- und Biowissenschaften wurden? Sind Sie von Beruf MTLA?

Miriam Lohmüller: Ich bin leider keine MTLA. Das ist aber für die Koordination des Studiengangs nicht so wichtig. Mein Job ist es, das alles klappt. Ich habe Germanistik, BWL und Jura studiert und lange Zeit im Verlagswesen in einer Schnittstellenfunktion gearbeitet. Da ich gern wieder ins akademische Umfeld wollte und Orga-Jobs mag, hab ich mich bei der Hochschule Kaiserslautern beworben und mich in die Thematik eingearbeitet. Wir sind eine eher kleine Hochschule, was den Vorteil hat, dass man seine Leute kennt und sich kümmern kann. Wir haben großartige Dozenten und Mitarbeiter.


An wen richtet sich der Studiengang und wie sind die Zugangsvoraussetzungen?


Lohmüller: Der Studiengang richtet sich an MTLA-Schüler und -Schülerinnen, die berufsbegleitend studieren wollen und an fertig ausgebildete MTLA. Jeder, der noch ein bisschen mehr erreichen will, ist bei uns herzlich willkommen. Die Zugangsvoraussetzungen sind die Allgemeine Hochschulreife oder eine Fachhochschulreife oder eine Berufsausbildung mit einem Gesamtnotenschnitt von mindestens 2,5 und eine mindestens zweijährige berufliche Tätigkeit im Ausbildungsberuf sowie eine abgeschlossene Ausbildung zum/zur MTLA. Für Absolventen und Auszubildende anderer Ausbildungsgänge als MTLA, wie zum Beispiel BTA, PTA etc. ist der berufsbegleitende Studiengang MBW leider - noch - nicht zugänglich. Was die Kosten betrifft: Es gibt die Semestergebühren und Modulbezugsgebühren in Höhe von zur Zeit insgesamt 158 Euro pro Semester (Stand 2017).

Wie ist das Studium gegliedert?

Lohmüller:
Das Studium ist in Module aufgeteilt, die nacheinander studiert werden. Das gibt den Studierenden die Möglichkeit, sich jeweils auf nur ein Modul mit wenigen Fächern zu konzentrieren. Die Präsenzzeiten an der Hochschule finden circa alle zwei Wochen freitags nachmittags und samstags statt. In den höheren Semestern eher samstags.

Wir haben es so geplant und eingerichtet, dass noch Zeit für ein Privatleben bleibt. Die Kurse starten Freitagmittag ab 16:00 Uhr. Dies ist mit den Schulen abgesprochen, deren Unterricht meist gegen 13 Uhr endet. Samstags starten sie je nach Dozent ab 9 Uhr oder 10 Uhr - also zu "menschlichen" Uhrzeiten.


Was sind Ihre Erfahrungen: Können die Studierenden mit dem doppelten Druck gut umgehen? Wie hoch ist die Abbruchquote?

Lohmüller: Meines Erachtens können die Studierenden sehr gut mit dem Druck umgehen. Ich denke, dass sowieso nur diejenigen studieren, die sich die Doppelbelastung auch zutrauen. Ich habe eine geheime, geschlossene Facebookgruppe gegründet, zu der nur die Studierenden und ich Zugang haben und sie mir so ihre Probleme mitteilen können. Ich denke, so etliches abfangen zu können, was eventuell in Studiengängen ohne eigene Koordination eskaliert. Das können Terminverschiebungen von Vorlesungen sein, Krankheiten, persönliche Probleme. Man kann so einfach besser auf die Wünsche der Studenten eingehen - oder auch mal Sachen abfragen, wie etwa: „Wollt ihr Blockwochen?".

Zudem helfen auch so die älteren Semester den jüngeren und können Tipps geben. Die Abbruchquote ist erstaunlich gering, gemessen an anderen Studiengängen.

Wie fallen die Rückmeldungen der Teilnehmer zum Studium aus? 

Lohmüller: Man darf nicht vergessen: Schule und Studium zugleich sind ein strammes Programm. Uns ist wichtig, dass die Schule auf keinen Fall leidet, sie ist die Grundvoraussetzung für das Studium. Wenn die Schule nicht funktioniert, sprich der Schüler fliegt, ist auch das Studium zu Ende! Das ist wichtig. Bisher hab ich sehr viel Positives gehört. Die Dozenten sind fähig und nett und gehen auf die Studierenden ein; die Präsenzzeiten sind machbar; wir gehen, wenn möglich, auf die Wünsche der Studierenden ein – verlegen auch mal Termine oder greifen Themen auf; es gibt Ansprechpartner bei Einschreibungsproblemen etc.


Welche Berufschancen eröffnet das Studium den Absolventen?

Lohmüller: Die ausgebildeten Bachelor of Science haben meiner Meinung nach sehr gute Berufschancen. Sie können mit Akademikern im zukünftigen Unternehmen auf Augenhöhe sprechen, das erleichtert vieles. Führungspositionen stehen offen - sprich mehr Geld, mehr Möglichkeiten. Sie können auch eine wissenschaftliche Laufbahn einschlagen. Und gerade in den Naturwissenschaften sind akademische Abschlüsse elementar beim weiteren Fortkommen und Klettern auf der Karriereleiter.

Und: Ist Lernen nicht immer gut? Wer die Chance auf Weiterbildung hat, sollte sie ergreifen.

Das Gespräch für MTA – Das Portal führte Myrna Apel.
 

Portrait. © privat
Miriam Lohmüller, Studiengangskoordinatorin Medizin- und Biowissenschaften. © privat

Zur Person: Miriam Lohmüller ist 44 Jahre alt und hat nach dem Abitur Germanistik, BWL und Jura an der TU Darmstadt studiert. Anschließend hat sie als Online-Redakteurin bei einer Aktienanalysefirma in München, im Produktmanagement bei einem Fachverlag in Augsburg und als Korrektorin bei einer Wirtschaftsprüfungsfirma in München gearbeitet. Die Arbeit mit Menschen macht ihr besonders viel Spaß und ist einer der Gründe, warum sie neben ihrer Tätigkeit als Studiengangskoordinatorin noch als Dozentin im Fachbereich Angewandte Informatik Lern- und Präsentationstechniken sowie Führungs- und Kommunikationstechniken lehrt.

Den MTA-Beruf hält sie für eine sehr gute Wahl, da alle Erstsemester, die das Studium an der Hochschule Kaiserslautern angefangen haben und von der MTA-Schule ins Berufsleben wechselten, einen Arbeitsplatz bekommen haben. Für Lohmüller ist klar: Der MTA-Beruf ist ein zukunftsorientierter Beruf. Die Aussichten, einen Job zu bekommen, der Spaß macht und ein gutes Einkommen bringt, werden mit dem Studium nur noch besser.



Weitere Informationen:

Studiengang Medizin- und Biowissenschaften >> Informationstag am 9. Dezember 2017

Bewertung des Studiengangs bei Studycheck


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